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1866 – Die Preußen kommen

– Die Voraussetzung für Pulvermühle und Gemeinde Wolfgang –

Am 17. März 2016 um 19:30 Uhr in der alten Robinsonschule

Referent: Erhard Bus

Das Kurfürstentum Hessen-Kassel hatte im deutsche Krieg von 1866 aufs falsche Pferd gesetzt und stand auf der Seite der Habsburger Monarchie. Bismarck bestrafte dieses Verhalten mit der Annexion des Kurfürstentums. Dadurch änderte sich viel in unserer Region: neue Gesetze, neue Grenzen, neuer Landesherr …

Pulvermuehle-Offizierskasino-1913Pulvermühle Wolfgang – Einfahrt mit Offizierskasino 1913

Für Wolfgang hatte dies noch weitreichendere Folgen, denn der Krieg von 1866 war die Voraussetzung dafür, dass aus einem Gutsbezirk einmal eine Gemeinde entstehen konnte. Doch zunächst baute man eine Pulvermühle, wo viele Arbeiter aus der Umgebung, aber auch aus weit entfernten Teilen des Reichs einen Broterwerb fanden. Die Siedlung wuchs, ab 1914 arbeiteten hier Tausende von Menschen und 1929 erhielt Wolfgang den Status einer Gemeinde – eine Entwicklung, die ohne das Jahr 1866 und seine Ergebnisse kaum möglich gewesen wäre.

Nach dem Wiener Kongress von 1814/15 blieben die Deutsche Frage und damit das Problem der Vorrangstellung von Preußen oder Österreich im Deutschen Bund ungeklärt. Mit dem Scheitern der Revolution von 1848/49 zerplatzten die Hoffnungen auf Einheit und Freiheit durch eine Volkserhebung.

Erst mit der Berufung Bismarcks trat die Frage der nationalen Einheit wieder in den Brennpunkt der politischen und bald danach der militärischen Auseinandersetzung. Mitte der 1860er Jahre spitzten sich die Gegensätze zwischen Wien und Berlin immer mehr zu, die schließlich im Sommer 1866 in einem militärischen Konflikt mündeten. Die preußische Armee zeigte sich in dieser Auseinandersetzung, besonders in kriegstechnischer und taktischer Hinsicht, ihren Gegnern weit überlegen. Dem Einsatz des modernen Zündnadelgewehrs und den koordinierten Truppenbewegungen mit Hilfe der neuen Eisenbahnen konnten die Österreicher und ihre Alliierten nichts Adäquates entgegensetzten.

Im Kreis Hanau kam es zwar zu keinen Feindseligkeiten, allerdings erlebten Stadt und Landkreis zahlreiche Truppendurchzüge, Verproviantierungen und kurzzeitige Einquartierungen.

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